Ludenhausen, 16.06.2004 - Vier Frauen - eine davon ganz jung, zwei mittleren Alters und eine alte Oma - schieben hinten an einem Heuwagen. Dieses Titelbild der neuen Ludenhausener Ortschronik macht stutzig und zugleich neugierig auf den Inhalt. „Das Bild symbolisiert, wie in unserem Dorf alle Generationen gleichzeitig anschieben", meint der Hauptorganisator des Buches Kurt Beier bei der Vorstellung der Chronik.
Auf über 500 Seiten sind 1200 Jahre Ortsgeschichte von Ludenhausen dokumentiert, wobei die Verantwortlichen zwei wichtige geschichtliche Aufzeichnungen als Grundlage hatten. Zum einen lag eine handgeschriebene Chronik aus dem Jahre 1937 vor, die der Ludenhausener Anton Wiedemann verfasste.
„Als ich diese Chronik vor zwei Jahren in die Hand bekam, war es für mich als Neubürger eine spannende Lektüre", erzählt Kurt Beier. Er wollte das in altdeutscher Schrift verfasste Werk mit neuen Medien wieder „lesbar" zu machen. Die Brücke bis zur heutigen Zeit konnten Aufzeichnungen von Burkhard Stämmele schlagen, der von 1942 bis 1993 heitere wie traurige Anekdoten aus dem Dorfleben chronologisch niederschrieb.
Ergänzt wurden die Aufzeichnungen durch rund 300 Bilder, die das Dorfleben vor allem der letzten 100 Jahre veranschaulichen „Es wird ein unvollendetes Werk bleiben, aber es soll Anregung für Leute in 50 oder 100 Jahren sein, dies wieder aufzugreifen", sagte Mitinitiator Georg Ringmayr, bevor die Bücher im Pfarrheim erstmals druckfrisch ausgegeben wurden.
„Es ist ein Glücksfall, die richtigen Menschen zur richtigen Zeit zu haben", hob Bürgermeister Manfred Mayr hervor. Rund 500 unentgeltliche Arbeitsstunden sind für die drucktechnische Gestaltung des Buches investiert. So konnte auch der Preis mit 35 Euro, zu dem die Chronik am Wochenende im Festzelt oder bei der Gemeinde Reichling zu bekommen ist, auf den reinen Selbstkosten gehalten werden.
Auf das ungewöhnliche Titelbild angesprochen, meint Ralf Ottawa: „Da im Buch selbst die Männer vorherrschen, wollten wir damit die Kraft der Frauen, die meist im Hintergrund anschieben, zum Ausdruck bringen".
Kreisbote Nr. 25, 16. Juni 2004, em